Keine Gebührenexplosion ohne Bürgerbeteiligung

Die neuen Straßenreinigungsgebühren in der Erich-Ollenhauer-Straße können wir nicht hinnehmen. Steigerungen um 300, 400 % und mehr sind unzumutbar und sittenwidrig.

ELW argumentiert, dafür bekämen wir mehr Sauberkeit, aber die Bürgersteige in unserer Straße drei Mal in der Woche zu kehren, ist völlig unnötig.
Auf so eine abwegige Idee kann nur ein „Experte“ irgendwo an einem Schreibtisch kommen, der noch nie hier gewesen ist. Ein neues Reinigungssystem sollte doch mit den Anwohnern gemeinsam erarbeitet werden, die die Straße täglich vor Augen haben.
Der Verkehr auf der Straße steigt zwar, deswegen gehen aber hier nicht mehr Menschen zu Fuß entlang und verschmutzen den Bürgersteig.
Daß wir bisher den Schmutz vom Bürgersteig einfach auf die Straße gekehrt hätte, ist auch ein haltloses und geradezu bösartiges Argument, um uns „den Besen aus der Hand zu nehmen“.

Im Anschluß an eine sehr intensive Informationsveranstaltung im Museum haben sich viele Bürger zusammengetan und nun diesen Offenen Brief verfaßt, der sehr gut argumentiert, warum die von Herrn Dr. Franz und der CDU kurz vor Weihnachten mit der brachialen Drohung, sonst den Haushalt scheitern zu lassen, durchs Stadtparlament gejagte neue Reinigungssatzung grober Unfug ist. Und jetzt plakatiert die CDU zur Kommunalwahl auch „Sauber machen – Stärke zeigen“ – ohne dazuzuschreiben, daß wir gezwungen werden, den Spaß zu bezahlen.

Offener Brief an die Stadt Wiesbaden
Herrn Sven Gerich, Oberbürgermeister, und Herrn Dr. Oliver Franz, Ordnungsdezernent,  sowie an die Stadtverordneten, den Magistrat, die Ortsbeiräte und den Ausländerbeirat

Viele Wiesbadener Ortsteil-Initiativen gegen die neue Reinigungssatzung bündeln ihren Protest!  Wir zeigen jetzt Stadt und ELW die rote Karte! Wir sind für die Gehwegreinigung in Bürgerhand!  Unsere wichtigsten Forderungen an die städtischen Organe sind deshalb:
•    Gehwegreinigung in Bürgerhand – Reinigungsklasse A nur bei Allgemeininteresse
•    Ausrichtung der Straßenreinigung am Reinigungsbedarf – Fahrbahn- und Gehwegreinigung entkoppeln
•    Stopp für die Straßenreinigungssatzung 2016/2017 – keine Gebührenexplosion
•    Neukonzeption der Straßenreinigungssatzung – BürgerInnen beteiligen

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der städtischen Organe,  viele BürgerInnen der Stadt haben in lokalen Initiativen, mit Leserbriefen an die Presse, in Ortsbeiratssitzungen, in Briefen  an Stadt und ELW und mit Unterschriftensammlungen ihre Empörung über die neue Straßenreinigungssatzung kundge- tan. Bereits in der ELW-Informationsveranstaltung am 14.1.2016 war der Protest der BürgerInnen immens. Die erste Stufe  der neuen Satzung wurde gleichwohl zum 1.1.2016 in aller Hektik umgesetzt.  Die fehlende Bürgerbeteiligung im Vorfeld des Stadtverordnetenbeschlusses rächt sich nun. Es gab vor dem Beschluss  keine öffentlich zugänglichen Informationen! Es gibt auch keine Übergangsfristen, keine Härtefallregelungen, keine Ober- grenzen für Gebührenerhöhungen, keine Rücksicht auf Vertragsbeziehungen mit privaten Reinigungsfirmen und keinen  Blick auf die deutliche Steigerung der Mietnebenkosten oder auf die Situation der Reinigungsbranche. Damit stellt sich die  Wiesbadener Politik ein Armutszeugnis aus und verstärkt leider abermals die Politikverdrossenheit in der Bürgerschaft!
Gehwegreinigung in Bürgerhand – Reinigungsklasse A nur bei Allgemeininteresse!  Unsere Hauptkritik gilt der Umgruppierung von mehr als 9.300 Grundstücken in die Reinigungsklasse A und der damit  verbundenen Übernahme der Gehwegreinigung durch die ELW. Großflächig wird auch noch der Reinigungsturnus für  Fahrbahn und Gehweg erhöht, obwohl dies aufgrund der nicht vorhandenen Verschmutzung gar nicht notwendig ist. Die  Gebühren steigen somit grundlos und unverhältnismäßig auf das Drei- bis Siebenfache. Das Reinigungsintervall des Geh- wegs ist dabei fest an das der Fahrbahn gekoppelt. Das ist weder sachgerecht noch erforderlich. Die wöchentliche Mehr- fachreinigung nicht verschmutzter Fahrbahnen und Bürgersteige treibt nur die Gebühren in die Höhe.  Den Bürgern wird nach vielen Jahren und aus heiterem Himmel die Gehwegreinigung unbegründet aus der Hand genom- men. Dabei sind sie oder die Reinigungsfirmen ihrer Verantwortung stets gut nachgekommen. Die Begründung, die ELW  wolle damit Schnittstellen zwischen ELW (Fahrbahnreinigung) und BürgerInnen bzw. privaten Reinigungsfirmen (Gehweg- reinigung) beseitigen, ist fadenscheinig. Zumal der Winterdienst für die Gehwege ja weiterhin den Anliegern obliegt.  Kritik an der neuen Satzung beantwortet die ELW mit einer Bürgerumfrage, wonach 77% der Wiesbadener eine sauberere  Stadt wollten. Das ist unlauter! Diese Umfrage in 2014 (3.000 Rückmeldungen) war allgemein auf das Leben in Wiesbaden  bezogen. Daraus kann niemand das Mandat ableiten, die Gehwegreinigung in sauberen Straßen zu übernehmen, und  schon gar nicht undifferenziert flächendeckend in der ganzen Stadt. Die Reinigungsklasse A sollte nur für Straßen gelten,  in denen ein Allgemeininteresse an sauberen Bürgersteigen besteht (Innenstadt, neuralgische Stellen).
Ausrichtung der Straßenreinigung am Reinigungsbedarf – Fahrbahn und Gehwegreinigung entkoppeln!  Die ELW begründet die Umgruppierungen mit dem zu erwartenden Verschmutzungsaufkommen, nicht mit dem tatsächli- chen Reinigungsbedarf. Sie verweist auf ihre wissenschaftlich-objektive Herangehensweise und die Strukturdaten. Die  Matrix mit den über 40 Kriterien ist jedoch nicht immer transparent, basiert auf Aktenlage, und die Strukturdaten stam- men aus zum Teil veralteten Statistiken. Sie beinhaltet zudem falsche Werte. Vor allem erklärt die Matrix nicht die Zuord-
nung vieler Straßen in die jeweilige Reinigungsklasse, denn gleiche Strukturdaten führen nicht zwingend zur selben Reini- gungsklasse. Viele BürgerInnen haben Ortsbeiräte, Stadt und ELW auf diese Ungereimtheiten bereits mehrfach hingewie- sen – bislang ohne Erfolg.  So sind viele Straßen willkürlich der Gruppe A zugeordnet wegen des sog. Quartiersbezugs und wegen ihrer räumlichen  Lage im 2. Stadtring und in Subzentren, trotz an sich guter Qualitäts- und Strukturwerte. Aber auch vielbefahrene A- Straßen haben nicht zwingend schmutzige Gehwege! In vielen dieser Straßen sind auf den Gehwegen nämlich nur deren  Anlieger als Fußgänger unterwegs. Für die ELW ist im Ergebnis auch gar nicht der tatsächliche Reinigungsbedarf von Fahr- bahn und Gehweg entscheidend, sondern nur die räumliche Zuordnung nach statistischen Strukturdaten. Das entspricht  weder dem Sinn der Satzung noch der Angemessenheit kommunaler Abgaben.  Die Absurdität bei der Festlegung der Reinigungsintervalle sowie der Kopplung von Fahrbahn- und Bürgersteigreinigung  mündet darin, dass durch die ELW nunmehr vielerorts mehrfach wöchentlich saubere Bürgersteige gereinigt werden. Das  ist schlichtweg eine Verschwendung von Personal-, Material- und Maschineneinsatz seitens der ELW. Dies wiederum ist  mit dem auch für städtische Verwaltungen oder Firmen verbundenen Gebot des wirtschaftlichen Handels nicht vereinbar.
Stopp für die Straßenreinigungssatzung 2016/2017 – keine Gebührenexplosion!  Ordnungsamt und ELW betonen, dass die Gebührensätze stabil bleiben. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Denn bei- der Hauptziel ist erklärtermaßen die Erhöhung der Gebühreneinnahmen: 5 Mio € spült die neue Reinigungssatzung nach  Umsetzung der 1. und 2. Stufe in die Kassen der ELW. Das ist eine Einnahmenerhöhung um 45%, die die BürgerInnen zah- len sollen. Diese fallen aber auf den Etikettenschwindel nicht herein.  Interessant dabei ist: Die zusätzliche Gehwegreinigung in der Klasse A macht den Löwenanteil der zusätzlichen Reini- gungskilometer der ELW aus! Die Fahrbahn-km bleiben jedoch nahezu gleich. Die drastische Einnahmenerhöhung der  ELW resultiert also nahezu alleine aus der unnötigen und von den Bürgern nicht gewollten „Leistungserweiterung“!  Wegen der zusätzlichen Gehwegreinigung sollen bei der ELW 60 neue Stellen geschaffen werden. Erklärtes Ziel der städti- schen Beteiligungspolitik ist aber doch eigentlich die Verschlankung der Eigenbetriebe und Tochtergesellschaften. Wes- halb gab es keinen Beschluss für die günstigere Alternative, das ELW-Defizit in Höhe von 1,6 Mio € zunächst über eine  Gebührenerhöhung von 18,8 % für alle auszugleichen? Warum wird das ELW-Defizit nicht genauer analysiert?
Neukonzeption der Straßenreinigungssatzung – BürgerInnen beteiligen!  Die städtische Politik zeigt keinerlei Gestaltungswillen. Warum kann die Gehwegreinigung nicht in Bürgerhand bleiben?  Warum konzentriert sich die ELW nicht auf die Fahrbahnen und die neuralgischen Stellen? Auch das teils ungerechte Ge- bührenmodell sollte überprüft werden. Wieso werden Kosten, die die Allgemeinheit verursacht, nicht von der Allgemein- heit getragen? Die BürgerInnen hätten dazu viele Beobachtungen und Anregungen – allein, sie wurden nicht gefragt.  Kurzum: Die Stadt Wiesbaden macht es sich mit der neuen Straßenreinigungssatzung, die an jedweder Notwendigkeit und  Angemessenheit vorbeigeht, zu einfach. Es braucht stattdessen eine Neukonzeption mit Beteiligung der Bürgerinnen und  Bürger, und zwar am besten nach den in 2015 erarbeiteten Leitlinien für die Bürgerbeteiligung in Wiesbaden.  ——————————————————
Initiative „Gehwegreinigung in Bürgerhand (GiB)“  Joachim Bußhardt, Christine Dietz, Claudia Höhler-Bardior, Albrecht Koch, Heiner Lompe, Karl Roßel, Monika Schnabel,  Ulrike Schön, Jürgen Uffmann
Die Unterzeichner sind benannte Vertreter der Ortsteil-Initiativen. Sie erläutern Ihnen gerne die Kritik und die Forderun- gen der Bürgerinnen und Bürger. Kontakt E-Mail: Gehwegreinigung-in-Buergerhand@gmx.de
Dieser Offene Brief an die Stadt Wiesbaden geht zugleich an die IHK Wiesbaden, an die Handwerkskammer Wiesbaden,  an die Wiesbadener Grundeigentümer- und Mietervereine sowie an die lokale Presse.

Im Januar hat ELW hier übrigens statt dreimal wöchentlich nur insgesamt 3 Mal die Gehwege gekehrt. Die zuviel gezahlten Gebühren verlangen wir zurück.

Nach der Hitze

Duft – so leicht er verfliegt, so tief kann er sich im Gedächtnis festsetzen. Die warme Sonne entfaltet die Düfte von ein paar Blüten in einer Vase hier auf dem Fensterbrett, und ein leichter Wind trägt sie mir ins Zimmer und versetzt bei der Sonntags-Siesta ins Paradies …

Der Duft von ein paar kleinen 1jährigen Veredlungen der Rose ‚Souvenir de St. Anne’s‘, der an den heißen Tagen beim Veredeln bestimmt zehn Meter weit über dem Feld lag, wird für mich die Erinnerung an den Sommer 2015 bleiben. Dann, wie starke, schwarzrote Neutriebe bei ‚Mme Ernest Calvat‘, einer bisher nie groß aufgefallenen Sorte, mir in der Juli-Hitze plötzlich über den Kopf gewachsen sind. Und noch mehrere Rosen, deren Schönheits-Entfaltung in der Wärme dieses Sommers überrascht hat.

Endlich hat es nun ja voriges Wochenende einmal geregnet, heute könnte auch noch ein wenig kommen. Alles noch viel zu wenig für den Boden, der hier schon seit Anfang April austrocknet, aber die Dürre ist nicht mehr alternativlos, es gibt immerhin Hoffnung, anders als in der Europa-Politik, wo unser großes Land das kleine Griechenland in endlose Schuldknechtschaft drückt und das „Hilfe“ nennt.

Alteingewachsene Rosen auf unseren lehmigen Böden finden mit ihren tiefen Wurzeln wohl im allgemeinen trotzdem immer noch genug Wasser, um nicht nur zu überleben sondern kräftig zu wachsen, uns das will was heißen! Und spricht für mehr Rosen im Garten, wenn das Wetter bei uns immer öfter mediterran wird.

Der Gärtner mit seinen per dato 2313 Rosen in Töpfen mußte sich diesen Sommer was einfallen lassen und den Bewässerungsrhythmus eisern durchhalten, und das hat den Pflanzen gutgetan. Bei wechselhaftem Wetter kann man sich beim Wasserbedarf schon mal zugunsten der eigenen Bequemlichkeit verschätzen; bei anhaltender Trockenheit hingegen muß je nach Verdunstung ein Mal täglich (jetzt) bis alle 3 Stunden (bei >35°) Wasser durch die Vließmatte sickern, auf der die Töpfe stehen und saugen, bzw durch die Leitungen tropfen, sonst hat man wenig später von unten heraus gelbe Blätter oder gar Rosentabak. Das Thema Gärtnereien und Gießen schaffte es kürzlich sogar in unsere Zeitung, wo rosenwelten an vorderster Stelle genannt wurde.

So verging der Juli, in dem die Firma zehn Jahre alt geworden ist, doch für Feiern oder Sentimentalität war bei über 30° keine Muße.

Dann habe ich den Rosen gar noch Kopftücher aufgebunden. Bedroht die Islamisierung jetzt schon die deutsche Scholle? Nein, aber die Amseln scharren neuerdings dermaßen heftig nach irgendetwas in den Rosentöpfen, daß die ganze obere, wenig durchwurzelten Erdschicht mitsamt dem organischen Dünger herausgewirbelt wird. Mit den „Kopftüchern“, zugeschnitten aus altem weißem Winterabdeckvließ, ist dieses Problem nun gelöst, zugleich das der herausfallenden Erde bei Windwurf, und außerdem die Verdunstung verringert, also Wasser gespart, und es werden die hohen Temperaturen an den Wurzeln gemildert. Schon nach zwei, drei Wochen mit Kopftuch war den Pflanzen anzusehen, wie sie sie schätzen, größere Blätter, schönere Blüten und kräftigere Triebe entwickeln. Und schön sieht es auch noch aus!

Also, wenn Sie schon wieder graben können, und vielleicht haben Sie sogar ganz gut Zeit, noch Ferien? – jetzt ist die beste Zeit, sowohl zum Auswählen, denn Sie sehen die Pflanzen im schönsten Wachstumszustand und die mehrmalsblühenden noch blühend – und zum Pflanzen, denn sie wachsen im warmen Boden schnell an und sind dann schon eingewachsen, bevor der Winter kommt.

Die erwähnte ‚Souvenir du St. Anne’s‘ gibt es nächstes Frühjahr im Topf. Beim diesjährigen Veredeln sind durch Augentausch mit Kollegen @omiobio in der Schweiz, ein paar Alte Rosen neu ins Sortiment gekommen, die es ab 2017 dann als Containerpflanzen gibt, wenn alles gutgeht. Die von mir sehr empfohlenen und von Ihnen hoch geschätzten Rosen von Noack dagegen veredle ich seit 2011 nicht mehr selbst, da Noack zu große Mindestveredlungsmengen verlangt. Ich habe aber noch einen ansehnlichen Bestand und will sie künftig bei Noack zukaufen, um sie weiter anbieten zu können.

Bei dem Stauden und Gräsern hier im Garten war die Auswahl nie größer und die Qualität noch nie kräftiger. Erstmals gibt es zwei wunderschön blaue Herbst-Salbei, uliginosa und azurea in einiger Stückzahl, die Federgräser stehen in schönster Blüte, und erstmals habe ich Mönchspfeffer und richtig rote Tränende Herzen. Alles dieses Jahr neu eingetopft und groß und stark. Die wunderbare Rispenhortensie ‚Vanille Fraise‘ und alle drei bisherigen Lavendel-Sorten sind wieder da und der Provence-Lavendel ‚Grosso‘ ist vom Lavendel-Spezialisten Bastin neu dazugekommen.

Ja zu sonntagsoffenen …

Büchern Berggipfeln Doppelbetten Zelten Badeplätzen
Skiloipen Meeren Sprungschanzen Kinos Wanderwegen
Kunstausstellungen Autofenstern Bethäusern
Gewächshäusern Gitarrenkästen Altersheimen
Stalltüren Marmeladenbechern
Hallenbädern Berghütten
Blütenblättern Herzen …

Ja zu sonntagsoffenen Menschen
(nicht Geschäften)

Øystein Hauge

[In Norwegen wird zur Zeit heftig über sonntagsoffene Geschäfte diskutiert. Ich hab diesen Text von „Framtiden i våre hender“ übersetzt nach diesem Tweet:]

Blütengehölz mit vier Buchstaben

Auch wenn es jetzt erst noch mal frostig wird, wollte ich es (und mich) mal vorsichtig in Erinnerung bringen … Träumen und planen kann man ja schon, und pflanzen auch bald, wenn der Boden nicht mehr gar so naß ist.

Da gabs doch mal solche strauchigen Gewächse mit teils gemeinen Stacheln, mehr oder weniger fleckenfreien Blättern und hier und da mal einer netten Blüte. Vier Buchstaben, vorne ein R …

Als die Leute noch keine Displays zum Draufgucken hatten, früher also, als sie morgens in der Bahn höchstens ihr Gegenüber anschauen konnten, keine Urlaubsvideos mit Palmen an Sandstränden, in dieser trostlosen Zeit pflanzten sie sich diese struppigen Sträucher eigenhändig in eigene sogenannte Gärten, in richtige Erde, hegten und pflegten sie und setzten sich im Sommer nach harten Arbeitstagen sowie sonntags daneben, um nichts als ihre Schönheit anzuschauen und ihren Duft einzuatmen. Sie hatten ja sonst nichts, kein Internet, kein Facebook. Konnten noch nicht mal Bildchen von den Blüten photoshoppen und posten.

Die gibt es noch! Also diese Sträucher. Man kann sie kaufen. In Wiesbaden, in dem Tal, wo die A643 anfängt, wurde ein Überlebender aus dem vorigen Jahrtausend entdeckt, der diese Pflanzen noch erwerbsmäßig kultiviert, als gäbs kein amazon und kein ebay, von wo man doch heute die verrücktesten Sachen bequem online liefern läßt. Nein, der Träumer wartet dort auf Leute, die sich tatsächlich, also real-life-mäßig, zu Fuß, manchmal durch nasses Gras, zu ihm begeben und ein Portemonnaie voll barem Geld mitbringen, um die Dinger zu erwerben. Nicht mal mit Gift spritzen tut er sie, so daß sie aussehen, wie die Natur sie läßt, total unattraktiv, also ohne Filter, und manchmal sogar mit kleinen Räupchen drauf oder lebenden Regenwürmern in den Töpfen. Danach muß man nicht nur seinen Kofferraum aussaugen, nein, man soll sich auch noch Hände und Schuhe schmutzig machen und sie einpflanzen!

Gut, er behauptet ja, daß sie sich dann an ihrem Standort im Garten, wenn man alles gescheit macht, entwickeln würden und sogar schöner als in Filmen und Prospekten, weil sie ja reale, lebende Wesen seien. Aber der will halt was verkaufen, und dafür lügen sie doch alle das Blaue vom Himmel herunter, das kennt man ja. Und das Geld ist dann weg, 18 € pro Stück, wenn man zu handeln anfangen will, wird er sogar grantig.

Gut, die es gewagt haben, berichten ja größtenteils, daß es stimmt – sie haben solche Prachtstücke real hinterm Haus, können morgens in der Bahn die Augen schließen und vom Feierabend träumen. Wie sie in ihren Gärten sein werden, ohne Netz, und all den Duft und die Schönheit genießen, sieht irgendwie so aus, als ob das Wellness pur sein muß. Die 18 € haben sie längst vergessen, und sie kaufen sich sogar alle paar Jahre noch ein, zwei Rosen dazu, immer wieder dort in dem Paradies halb unter der Autobahn, wo Herr und Frau Fasan zwischen Rosenreihen herumspazieren.

Richtig, Rose ist der Name des Blütengehölzes mit 4 Buchstaben …

Geöffnet auch jetzt schon außer bei Sturm und Schnee und Regen werktags von 9 bis 12 Uhr mittags und von 3 bis 6 Uhr nachmittags. Online-Bestellen geht sogar auch, wenn man weiter weg wohnt, unter www.rosenwelten.de.

Digital Leben #digitalleben

Die SPD hat dazu eingeladen, daß man seine persönlichen Antworten auf 10 Fragen bloggt. Nachdem es @pausanias getan hat und nun auch @pyrolim gefolgt ist, dachte ich mir, versuch ichs auch ganz kurz, Kleingärtner sind ja berüchtigt dafür, zu allem Möglichen ihre Weisheiten kundtun zu wollen. Dabei fiel mir auf, wie gut die Fragen ausgedacht sind: man kann nicht ins Schwafeln kommen und muß alle Seiten der Medaille betrachten. Also, hat Spaß gemacht! Versuchts doch auch mal?

In einer digitalen Welt zu leben, bedeutet für mich…
mit viel mehr Leuten reden können, die meine Interessen teilen, als früher. Wobei das allerdings alles noch Interessen aus dem vor-digitalen Leben sind.
Mein Computer ist für mich…
die Zigarettenpause mit den Kollegen, die mir manchmal ein bißchen fehlt.
Wirklich gut! Die größte Chance durch die Digitalisierung ist…
daß jeder ein kleiner Produzent sein kann von Dingen, die er gut machen oder tun kann, und direkt an jeden verkaufen könnte, also den vollen Endpreis für seine Arbeit bekommen. Das wäre eine Revolutionierung der Wirtschaft mit viel segensreichen Nebenwirkungen für Umwelt und Gesellschaft.
Bedrohlich! Wir müssen aufpassen, dass…
uns nicht die gephotoshopten Bilder ein Ersatz für die Wirklichkeit werden, weil es so bequem ist, vor dem Bildschirm sitzenzubleiben und nur noch die anzuschauen.
Die Digitalisierung verändert mein Leben durch…
ein anderes Denken, wie in einem Programm: ich versuche, alles zum optimalen Zeitpunkt, in der optimalen Reihenfolge, mit der optimalen Technik zu machen. Weniger Schufterei, mehr Überlegung.
Chatten mit den Enkeln, Einkaufen per Mausklick, Arbeiten ohne feste Bürozeiten. Was bringt die Digitalisierung für Familien und Ältere?
nicht so viel. Zum Glück ist bei uns die Familie noch ein Bereich, wo eher selten mal ge-emailt wird, das muß es nämlich auch noch geben.
Programmieren in der Grundschule, das gesamte Faktenwissen der Welt in der Suchmaschine. Wie sollte Bildung der Zukunft aussehen?
Das könnte zur totalen Demokratie oder zur totalen Verblödung und Abhängigkeit von Anbietern führen, je nachdem wie unabhängig von Konzernen die Schule das durchführt.
An jedem Ort arbeiten können und ständig erreichbar sein. Was bedeutet das für Arbeit im Digitalen Zeitalter?
Auch das könnte zu einer Art Paradies (kaum noch Pendeln, freie Zeiteinteilung) oder einer Art Hölle (tag und nacht auf Abruf) werden, je nachdem ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer Macht haben, das zu gestalten.
Was müssen wir im digitalen Zeitalter tun, damit unsere Wirtschaft erfolgreich bleibt?
Von Großunternehmen, Großprojekten und der ganzen Massendisziplinierung wegkommen, die nur waren, solange der Mensch nicht direkt mit dem entfernt wohnenden Menschen interagieren konnte.
Die Digitalisierung schafft Chancen und birgt Risiken. Von der SPD erwarte ich, dass…
sie aufpaßt, daß das, was die Arbeiter in Generationen erkämpft haben, nun nicht einfach verächtlich zum alten Eisen geworfen wird, weil eine neue, von Grund auf andere Wirklichkeit quasi über uns gekommen wäre. Das wäre nämlich ein fataler Irrtum und der beste Weg zurück in Faschismus, Unterdrückung und Ausbeutung, furchtbarer als je zuvor.

Willkommen im Frühling

im Winterschlaf war die Rosenschule diesen Winter gar nicht, fast jeden Tag konnte ich draußen etwas machen. Ab jetzt ist aber wieder regelmäßig jeden Werktag von 9 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Die Stauden und Gräser hier im Garten stehen bereits fertig geputzt in Reih und Glied und wachsen ins neue Jahr hinein. Die Rosen drüben auf dem Feld wollen auch, ab nächste Woche will ich sie nach der Winterruhe auf dem Rasen zurück auf die Beete stellen und fein herausputzen zum Verkauf.

Mit dem Schnitt hat es keine Eile. Aber mit dem Auslichten bei großen, starken Sträuchern könnte man allmählich anfangen. An einem trockenen Tag und mit frisch geschärfter Schere: Totholz sorgfältig ausputzen, so viele der ältesten Äste ganz unten heraussägen, daß wieder Licht an die Basis kommt und die Rose sich von dort verjüngt. Das reicht meist schon.

Ich habe hier etwas und hier eine ganze Menge dazu geschrieben und helfe gern bei spezielleren Fragen.

Mit dem eigentlichen Rückschnitt, besonders bei schwachen und empfindlichen Rosen würde ich aber noch bis April warten. Denn es gibt kein ‚zu spät‘ – aber wenn der Saft nicht bald nach dem Schnitt in Wallung kommt und die Schnittwunden schließt, können Pilze in die Rinde eindringen und ganze Äste umbringen.

Noch nicht tief verwurzelte Pflanzen bekommen nach dem Schnitt einen Happen Dünger, am besten einen langsam wirkenden, bodenverbessernden organischen Volldünger, ich hab den von Oscorna, das Kilo zu 5,50 €.

An einem der nächsten Samstagnachmittage können wir das Schneiden und Düngen und was sonst bei Rosen wichtig ist, wieder hier im Garten und auf dem Feld besprechen und üben, den Termin dafür können wir unter denen, die dabeisein möchten, ausmachen.

Wenn es dann mit den Rosen so leicht von der Hand geht und so gut gelingt, will natürlich jedefrau und jedermann immer mehr unerfreuliche Ecken in seinem Garten zu Rosenwelten umgestalten. Pflanzen ging ja den ganzen Winter hindurch, es wird aber jetzt immer angenehmer, je schöner der Boden krümelt, die Sonne den Rücken wärmt und die Vögel dazu tirillieren.

Wenn ich dazu etwas vorschlagen dürfte, wären es ja Rosen, die auch „den Winter über da sind“. Jetzt ist das noch gut im Gedächtnis. Nur ein paar Beispiele von vielen:

  • Anfang der Woche nahm ich den ersten Nachmittagskaffee draußen unter unserer ‚Seagull‘ ein, die ihre Hunderttausend kleinen roten Hagebutten erst jetzt so langsam fallen läßt.
  • ‚Lykkefund‘ hatte größere, aber genauso viel, und kaum Stacheln.
  • Die riesengroßen eleganten Hagebutten der „Adlerschwingenrose“ hielten diesmal bis Weihnachten.
  • Immer von Juli bis März prangen die schönen großen Hagebutten von ‚Fenja‘ und pendulina ‚Bourgogne‘.
  • Winzig klein dagegen leuchten u.a. die von ‚Heideröslein Nozomi‘, ‚Alberich‘ und ‚Momo‘ am Rosenbogen.
  • ‚Kathleen‘ ist ein großer Strauch, reich geschmückt ab Sommer mit orangen Hagebutten und gleichzeitig rosa Blüten bis zum Herbst.
  • Daß man Hagebutten grundsätzlich abschneiden müsse, ist nur eines von tausend „Muß“, mit denen vielleicht früher einmal Rosenbeete als Privileg des ‚besseren‘ Gärtners verteidigt wurden; etwas Ausdünnen hilft wohl bei manchen der Nachblüte, aber dann ganz früh.

Stellen Sie sich jetzt noch die rote Rinde von virginiana ‚Plena‘, ‚Marguerite Hilling‘ oder majalis ‚Foecundissima‘, und daneben die silbergraue von Perovskia vor oder die wuscheligen Samenstände des Chinaschilfs ‚Silberfeder‘, die die tiefstehende Wintersonne einfangen, so werden Sie mir zustimmen: Rosen im Garten verschönern auch ganz ohne Blüten den Winter.

Nach so viel Farbe genießen Sie zum Schluß noch diese wunderschönen Silhouetten gegen den blassen Winterhimmel: die elegante Zweighaltung von ‚William Lobb‘, die abenteuerliche Bestachelung von ‚Agnes‘ oder der ‚Stacheldrahtrose‘, um nur ein paar beim Namen zu nennen …

Ich wünsche Ihnen die nächsten Wochen viel Freude in Ihrem Garten. Vielleicht sehen wir uns zwischendurch in der Rosenschule?

Und der Ordnung halber: wenn Sie keine Rundbriefe mehr erhalten möchten, genügt selbstverständlich eine kurze Nachricht.

Industrieproduktion eignet sich gut für Schrauben.

Um exakt gleiche Schrauben für den Weltmarkt zu fertigen, eignen sich Fabriken mit computergesteuerten Maschinen. Einmal erdacht, finanziert und eingerichtet, brauchen sie nur noch von wenigen Menschen überwacht werden.
Lebensmittel sowie die Dinge, mit denen wir uns im Leben gern umgeben, kann ein Mensch von Hand viel besser herstellen, mit dem Wissen und der Erfahrung von Generationen im Kopf und im Handwerkzeug, mit Lust an seiner Arbeit und Befriedigung durch ein schönes Ergebnis.
Lebensmittel, die hergestellt werden, als wären sie Schrauben, sind zwar billig, aber ihnen fehlen Geruch und Geschmack. Damit das nicht auffällt und sie trotzdem gekauft werden, müssen von Werbeagenturen künstliche Emotionen erzeugt werden. Die lassen sich ihre Arbeit viel höher bezahlen als die ursprünglichen Erzeuger von Lebensmitteln mit Geruch und Geschmack.
Nun liegen zwischen einer Fabrik und den Kochtöpfen der Verbraucher viel größere Abstände als bei lauter lokalen Erzeugern in der Nähe ihrer Kunden. So kommen enorme Kosten für Frischhaltung, Transport und Zwischenhandel hinzu. Viele weitere Unternehmen möchten an der Distribution verdienen. Bei lokaler Erzeugung entstehen nur geringe Fahrkosten und evtl Standgebühren für Wochenmärkte.
Für die Eigner der Fabriken ist Lebensmittel-Industrie trotz der hohen Nebenkosten offenbar lukrativ. Einige versuchen sogar, die verbliebenen natürlichen Rohstoffe durch selbstgebaute GVOs zu ersetzen, um den industriellen Prozeß zu vervollkommnen.
Jeder Industrie-Arbeitsplatz ersetzt eine Menge Existenzen kleiner, selbstvermarktender Erzeuger. Richtig, die Arbeit ist leichter, das Einkommen zunächst einmal besser, Arbeits- und Freizeit geregelter, die Existenz besser gesichert. Aber je mehr produziert wird, desto schlechtere Preise sind dafür zu bekommen. Und das Ausland hat selbst genug, warum sollte es uns die Überproduktion abkaufen?
Also senkt man die Kosten, vor allem die Löhne, weniger die derer, die alles vom Schreibtisch aus steuern, mehr die derer, die die Arbeit machen. Zunächst geht das, weil die Preise auch niedrig sind. Aber es wird ein Teufelskreis. Je weniger Geld ausgegeben wird, desto weniger wird eingenommen. Und es sinken nicht nur die Löhne, sondern die Qualität der Arbeitsbedingungen insgesamt. Auch die Sicherheit der Arbeitsplätze. Mit dem Abbau des Kündigungsschutzes fällt das Unternehmerrisiko auf die Arbeitnehmer zurück. Die Gewerkschaften hat man, als es allen gut ging, vernachlässigt, sie können nicht mehr viel helfen.
Wie soll das enden? Was wäre eigentlich so schlecht daran, wieder mehr im kleinen zu produzieren? Auch mit einfacheren Maschinen, gar auch von Hand? Schuften wie die Großeltern muß das bestimmt nicht heißen, denn vieles wird sich auf einfache Art erleichtern lassen, wenn gewitzte Köpfe erst einmal das zu ihrer Aufgabe machen statt der Konstruktion von Massenproduktionsmaschinen.
Und was wäre so schlecht daran, wieder mehr in der Nachbarschaft zu verkaufen und zu kaufen? Angst vor Menschen ist sowieso eine Unart, die man ablegen sollte. Und teurer wird es auch nicht, weil ja der ganze Wust an Zwischenhandel samt Verwaltung, Finanzierung und Marketing nichts dabei abkriegt. Die müßten sich dann nämlich echt nach anderen Verdienstmöglichkeiten umschauen, so leid mirs tut (nicht allzu sehr, gebe ich zu).

Über das Pflanzen im Herbst oder Wann ist denn eigentlich die beste Pflanzzeit?

Lieber Leser, Dir ist schon klar, wann eigentlich die beste Pflanzzeit für Gehölze wie z.B. Rosen ist, nicht wahr? Aber viele fragen sich das und verschieben aus Unsicherheit ihre Projekte von einem Jahr aufs andere, also versuche ich mal, es zu beantworten.

Bis in die 80-er Jahre (also vor ewig langer Zeit) war es tatsächlich allen klar: Man ging etwa vom 10. Oktober an bis Weihnachten in die Baumschule, um Obstbäume, Sträucher und Rosen zu kaufen, und dann im Frühjahr wieder, sobald der Boden offen war, bis zum Knospenschwellen.

Gehölze wurden damals fast nur im richtigen Boden auf dem Feld herangezogen und zum Verkauf mit Ballen fachmännisch ausgestochen oder ohne Ballen, mit blanker Wurzel gerodet. Beides kann man nur machen, während sie kaum Wasser verdunsten, also nach dem Laubfall in der Winterruhe, denn sie verlieren dabei Saugwurzeln und würden welken, wenn man das im Sommer machte.

Im Oktober und November war daher absolut Hochbetrieb in der Baumschule, die “Versandzeit”. Seit den 80-er Jahren dachten sich schlaue Baumschuler: Ziehen wir doch die Gehölze in Containern heran, dann können wir sie selbst im Sommer, in voller Pracht, ohne Gefahr verkaufen, zwölf Monate Versandzeit im Jahr. Im Topf heranziehen ist nun nicht so einfach, wie es vielleicht klingt, aber es hat sich durchgesetzt und ist aus den Kinderkrankheiten heraus.

Die Beschränkung der Pflanzzeit auf die laublose Zeit ist nun weggefallen. Warum das nicht, wie erhofft, dazu geführt hat, daß nun ganzjährig mit Freuden gekauft und gepflanzt wird, sich stattdessen Ratlosigkeit ausbreitet, wann überhaupt Pflanzzeit wäre und daher Pläne für neue Beete von einem Jahr aufs nächste geschoben werden, das ist ein anderes Thema.

Dabei ist es, von den Pflanzen her gesehen, nach wie vor einfach: die beste Pflanzzeit ist der Herbst. Nur nicht mehr die einzige.

Im Sommer hat es nun der Gärtner besser, angenehme Temperaturen draußen, der WYSIWYG-Effekt voll belaubter, blühender Containerpflanzen – wenn nicht Trockenheit den Boden steinhart hat werden lassen, außerdem ist dann auch Reisezeit.

Wenn im Frühling die ersten linden Lüfte wehen und die Vöglein Nester bauen, juckt es die meisten in den Fingern, “den Garten zu machen”, die kahlen Beete zu “bestücken” mit allem, Einjahrsblumen, Gemüse und ausdauernden Gehölzen, auf einmal, im Baumarkt steht ja dann auch alles beieinander. – Aber kaum macht dann der April, was er will „und schneit mir in den Blütenbaum“, verbreitet sich wieder Schrecken vor Naturkatastrophen und kaum einer ist noch sicher, wann denn überhaupt noch Pflanzzeit wäre. Die Woche darauf ist es dann vielleicht schon zu warm, da setzt man nur schnell das Nötigste, was es gerade noch billig gibt, denn man hat ja schon so viel kaputtgehen sehen.

Am Herbst fürchten viele, daß es “dann ja kalt wird”. Wenn uns oben schon frostige Winde um die Ohren blasen und wir uns am Glühweinbecher die Hände wärmen, durchströmen uns Weihnachtsgefühle und wir machen den Garten nur schnell noch „winterfest“. Das Laub gesaugt, die Oleander in die Garage, den Rosen Mützchen übergezogen, wer würde denn jetzt noch groß was pflanzen? – Wie viel Sommerwärme der Boden jetzt noch gespeichert hat dort unten, wo Pflanzen wurzeln, meist bis Weihnachten oder gar in den Januar hinen, bedenken wir selten. Auch nicht, daß ausdauernde Gehölze ja von Natur aus gar keine Angst vor Winterwetter haben, jedenfalls viel weniger als wir.

Bis die Kälte in die Tiefe dringt, haben ausdauernde Pflanzen dort bereits ihre Wurzeln ausgebreitet und sich etabliert. Gerade daß oberirdisch bereits Winterruhe-Wetter und für sie nichts mehr zu tun ist, macht ihnen umso mehr Lust, mit den Wurzeln zu wachsen. Und die Boden-Feuchtigkeit ist im Herbst in den meisten Jahren auch genau richtig zum Wurzeln ausstrecken.

Im Frühjahr sieht dann jeder sofort den Unterschied. Denn diese im Herbst bereits gewachsenen Wurzeln geben natürlich viel mehr Kraft beim Austreiben. Gerade bei Rosen, die am diesjährigen Holz blühen, bedeutet kräftigerer Austrieb vielfache Blütenmenge. Und so haben diese im Herbst gesetzten Pflanzen im nächsten Jahr wirklich fast ein Jahr Vorsprung.

Eins muß der Gärtner, der im Herbst zum Spaten greift und pflanzt, freilich können: voraussehen. Wer im Herbstnebel nicht den künftigen Sommer voraussehen kann, wer nur die fallenden Blätter und nicht die dicken Knospen darunter sieht, und wie aus denen nächstes Jahr die neuen Zweige wachsen werden, der versteht nicht, was er tut und sollte besser im Sommer pflanzen.

Dafür braucht man nach einer Herbstpflanzung nur einmal gut angießen – fertig. Den Rest erledigt um diese Jahreszeit in aller Regel der Regen. Im Sommer hat man damit eventuell viel mehr Arbeit.

Das Internet hat auch gute Seiten.

Wenn Sie bisher zwecks Anregungen oder zum Rosen aussuchen lieber direkt hier hergekommen sind oder bei mir angerufen haben, machen Sie das selbstverständlich auch so weiter …

Das Internet stiehlt uns allen viel Zeit und Nerven! Aber es hat auch ein paar Vorteile:

Wenn Sie das nächste Mal Rosensehnsucht befällt, versuchen Sie doch einfach mal im Internet
http://rosenwelten.de/kunden
mit dem treffenden Seitentitel «Meine Rosen».

Hab die Seite jetzt endlich so, wie ich sie mir schon lang vorgestellt hatte. Ihr Rosen-Zentrum mit Öffnungszeit Montag-Sonntag, 0-24 Uhr, hilft Ihnen, den Überblick zu behalten: von den zuletzt angeschauten Sortenproträts über die Sorten, die Sie sich unterwegs merken, Reservierungs- und Bestellmöglichkeiten bis zu einer Chronik all Ihrer bisherigen Rosenkäufe.

Ein Nutzerkonto wär halt schon die Voraussetzung, damit die Seite dermaßen Ihre Rosen-Seite werden kann. Ich lege gern eins für Sie an. Oder Sie machen es selbst, den Link finden Sie überall ganz oben rechts in der Ecke.

Bei Fragen und Verbesserungs-Ideen helfe ich natürlich gern. Ich wünsche schon mal schöne Herbstabende auf rosenwelten.de, eine Seite im Netz, auf der man wirklich noch stundenlang mit Genuß verweilen kann. Behaupte ich jetzt einfach mal so … 😀

Liebe Besucher von damals, die lange nicht mehr hier waren, …

ich hoffe, Ihre Rosen gefallen Ihnen nach 4 Jahren noch so gut, daß ich wieder einmal anklopfen darf?

2009 kam der erste von mehreren Horrorwintern nacheinander. Den Teil des Sortiments, den er am schlimmsten dahingerafft hat, die Englischen und Delbard-Rosen, wollte ich danach nicht mehr Sortiment haben. Außerdem kaufe ich seither keine Veredlungen mehr zu und mache alles selbst. Und ich dünge nur noch organisch und habe mit dem Spritzen aufgehört, denn mein jetziges Sortiment, die Alten Rosen und die von Noack kommen ohne das zurecht.

Einige Kunden haben danach pompöse Blüten in ausgefallenen Farben wie bei den Englischen oder Delbard-Rosen vermißt. Aber die zuvor solche Rosen gekauft hatten, haben damit, nach allem, was ich weiß, ähnlich schlechte Erfahrungen gemacht wie ich – mit den robusteren Pflanzen aus meinem jetzigen Sortiment gab es dagegen nur gute bis beste Erfahrungen. Ging es Ihnen ebenso?

Wenn ja, könnte es sich ja vielleicht lohnen, wieder einmal hier vorbei zu schauen, um eine weitere Gartenecke zu verschönern. Seit 2007 wachsen meine eingetopften Rosen auf dem Feld. Beide je 8×50 m großen Beete mit Vließmattenbewässerung sind neu, seit vorigem Jahr fertig und nun ganz gefüllt. Sie sind so schön geworden wie Verkaufsbeete, und die Kunden gehen gern mit dort hinüber (seit 2009 auf einer schönen Brücke über den Bach), wo sie das ganze große Angebot zur Auswahl haben.
Mein Rosenfeld: http://rosenwelten.de/portraet/feld.php

Auf dem linken Beet die modernen Rosensorten, viele mit ADR-Prädikat, fast alles Sorten von Noack. Auf dem rechten Beet die Alten Rosen, jede anders im Charakter, fast alle von betörendem Duft. An den oberen Enden der Beete links die Kletter- und rechts eine besonders große Auswahl an Rambler-Rosen.
Linkes Beet: http://rosenwelten.de/dateien/beet_links.pdf
Rechtes Beet: http://rosenwelten.de/dateien/beet_rechts.pdf

Hier im Garten auf der kleinen Topf-Stellfläche habe ich nun ein feines kleines Sortiment Stauden und Gräser zur Begleitung Ihrer Rosen stehen, alle in sehr kräftiger Qualität.

Vom Nutzen der Pilze für die Rosen (Herbst-Newsletter)

Liebe Pflanzenbegeisterte,

dieses Frühjahr, das vielen Leuten gar nicht gefiel, hat den Rosen wirklich gutgetan. „Mairegen bringt Segen“ stimmt, wie wir gesehen haben, nicht? Als die Blüte Anfang Juni, genau zur rechten Zeit, begann, war nämlich eine gute Grundlage an Trieben und Zweigen gewachsen und ließ sie prächtiger strahlen als so manche verfrühte Hungerblüte Afang Mai in vergangenen Jahren.

Hier in der Rosenschule waren erstmals beide großen Containerbeete, zusammen etwa 800 m², voll blühender Rosen. Die Anfangsjahre, in denen immer dies und jenes noch nicht fertig gewesen war, sind damit überwunden. Die Stauden stehen jetzt alle im Garten und können sich in diesem Jahr auch mehr als je zuvor sehen lassen, was Auswahl, Menge und Qualität angeht. Sie können also überall nach Herzenslust zugreifen.

Allerdings kam schon wenige Tage nach dem allgemeinen Blütenhöhepunkt heftiger Wind (der böse Feind aller Pflanzen in Töpfen) und dann eine Hitzewelle nach der anderen. Der Boden wurde hart und härter und das Graben im Garten beschwerlich, so daß den Sommer über weniger Rosen als sonst aus ihren „Mobilheimen“ in Gärten umziehen konnten.

Die Rosen haben sich im Juli wohl gedacht: „Genug geblüht! Es kommt noch viel Sonne, laßt uns Hagebutten bilden, dann können wir uns aussäen.“ Wenn man das gleich verstanden hätte, hätte man einen Teil des Fruchtansatzes ausschneiden und sie zu neuen Blüten überlisten können. Hätte! Aber auch die Hitze hat den Sommer-Trieb dieses Jahr gebremst, der die zweite Blüte bringt. Besonders die Topfpflanzen mit ihrer doch relativ kleinen Wurzel wollten wohl erst einmal besseres Wetter abwarten. Von den vielen saftigen Blättern, gewachsen im regenreichen Frühjahr, haben sie nur die jüngsten behalten und sind ein bißchen in einen Sommerschlaf gefallen.

Da hat sich übrigens gezeigt, was mir immer mehr einleuchtet, seit ich es vor ein paar Jahren im Rosen-Forum auf planten.de gelesen hatte (ich glaube, der Moderator des Forums, Giuseppe, hatte es geschrieben): Pilzinfektionen sind keine sinnlosen „Krankheiten“, sie dienen der Pflanze, ein Zuviel an Verdunstungsfläche unter trockenen Bedingungen loszuwerden um weniger leicht zu welken. Ich würde wetten, die ältesten Blätter wären auch dann gelb geworden und abgefallen, wenn ich alle Blattpilze durch Spritzen mit Fungiziden hätte verhindern können. Man sollte sich nicht zu Panik beim kleinsten Anzeichen von „Krankheit“ verleiten lassen von all den Bildern, deren wir bald mehr zu sehen bekommen als echte Rosen und die die ganze Welt Photoshop-„rein“ zeigen.

Jetzt bekommen wir den lang vermißten Regen und angenehmere Temperaturen zum draußen arbeiten, und Sie können wahrscheinlich bald wieder leicht mit dem Spaten in den Boden. Das Gras wird wieder grün, die Rosen treiben noch einmal und werden noch viele Blüten bringen, bevor sie, gut angewachsen, in den Winter gehen und im nächsten Frühjahr bereits voll „da sind“ – der unüberschätzbare Vorteil einer Herbstpflanzung.

Nutzen Sie doch die Spätsommerwochen, um lang gehegte Träume wahr zu machen, fassen Sie sich ein Herz und trennen Sie sich von ausdruckslosen Verlegenheitspflanzen, setzen Sie kräftige Akzente mit charaktervollen Alten und farbstarken Modernen Rosen und phantasievollem „Beiwerk“ oder lassen Sie einen Baum von einer Ramblerrose erklettern. Verglichen mit all dem was Ihnen die Werbung für Ihren Garten andrehen will, um ihren Garten „repräsentativ“ zu machen, ist eigenes Gestalten mit Pflanzen wirklich billig, selbst mit den feinsten, aber vor allem macht es viel mehr Freude, an Gemälden mit lebenden Pflanzen zu malen, die sich über Jahre und Jahrzehnte immer weiter fortentwickeln, als irgendwelchen importierten Gartenausstattungkrempel zusammenzuschrauben und über die Jahre verrosten zu sehen.

Frühjahr wird kommen

Es bleibt zwar vorerst noch winterlich, aber in Katastrophenfröste münden wie der vorige um diese Zeit, wird dieser Winter wohl nicht mehr. Uns Pflanzenliebhabern wäre es ja recht, wenn nach drei Räuberwintern dieser wieder einmal friedlich zuendegehen wollte.

Meine 2932 Rosen liegen noch dicht an dicht, aber bei diesen Temperaturen unter freiem Himmel, nur im Januar war der Folientunnel darüber mal für 14 Tage geschlossen. Von der Wärme bis nach Neujahr gefährlich vorwitzig geworden, haben sie sich dann wohl doch wieder soweit beruhigt, daß ihnen anscheinend nichts passiert ist. Muß nur noch der März mitmachen und sie zügig ins Wachsen bringen, daß sich keine Rindenpilze in kleine Frostrisse einnisten, die eventuell doch hier und da entstanden sind. Zur Sicherheit werde ich wieder mit Kupfer spritzen.

Pflanzzeit ist immer, wenn der Spaten in die Erde kann und unser lehmiger Boden nicht so naß ist, daß wir ihn durchs Betreten verschmieren würden, aber das weißt Du ja.

Kurzum, auch jetzt schon ist fast das ganze Sortiment verfügbar und kann bei nicht zu strengem Frost auch versendet werden. Wenn Du also schon Pläne fertig hast – je früher gepflanzt, desto besser!

Ab übernächster Woche will ich die Pflanzen dann wieder auf die beiden großen Flächen stellen, geputzt und etikettiert, damit Du Dir bei einem Besuch hier die Schönsten der Schönen aussuchen kannst. So unglaublich es klingt, in 8 Wochen dürfte Rosa hugonis ja schon wieder den Blütenreigen eröffnen.

Auch dieses Frühjahr lade ich Interessierte zu einem Schnittkurs ein. Das wird wahrscheinlich am 3. Samstag im März, nachmittags ab 15 Uhr, sein. Für gewöhnlich führen die Fragen der Teilnehmer sehr schnell vom bloßen Schnitt, der meiner Meinung nach ein Dialog mit der Pflanze ist, zu all dem, was noch zu gutem Gedeihen wichtig ist, und alle gehen mit der befreienden Erkenntnis nach hause, daß Rosen gar nicht kompliziert sind. Bitte melde Dich bei Interesse vorher an, so daß wir den genauen Termin miteinander ausmachen können.

Für die Frühjahrsdüngung empfehle ich rein organischen Oscorna Volldünger und in schwierigen Fällen sowie in Kübeln Oscorna Bodenaktivator, die ich beide auch selbst verwende und gern in größeren und kleineren Mengen verkaufe.

Johannistriebe, überquellende Blüte und der letzte Schnitt (Newsletter)

Lang ist’s her seit dem letzten Rundbrief. Vom März bis zum Juni geht hier eine Arbeit in die andere über, bis alle Pflanzen alles haben, was sie zum Gedeihen brauchen – die in den Töpfen, die Veredlungen auf dem Feld und die Wildlinge zum Veredeln jetzt im Sommer. Da blieb einfach keine Muße zum Schreiben.

Das Gießen hat dieses Jahr meist ein anderer gemacht, der das viel besser kann als ich, so sehr ich mir Mühe gebe. Das sieht man den Pflanzen dieses Jahr wirklich an: Sie waren noch nie so üppig. Und es gab auch noch nie so viele: Beide großen Container-Stellflächen sind fast randvoll, und die zweite Blüte ist in vollem Gang.

Nun ist Mittag im Jahr, die Zeit mit den ganz langen Tagen. Früh morgens, solang es noch kühl ist und abends bis zum Dunkelwerden arbeitet sich’s am schönsten draußen auf dem Feld, und dazwischen ergibt sich endlich wieder etwas Muße zum Schreiben.

Für das Wachstum ist jetzt Hochsaison. Gegen Ende der ersten Blüte haben alle Rosen sich wieder auf ihre Basis besonnen und dort die Knospen ausgebildet, aus denen der starke Johannistrieb wächst. Er soll das ältere Holz mitsamt der Blütentriebe des Frühjahrs überragen und die Pflanzen erst wirklich größer werden lassen. Es begann bei einigen Sorten recht schwungvoll durch den vielen Regen schon Mitte Juni, doch das kühle Wetter und nun auch der austrocknende Wind haben den Schwung erst einmal gedämpft. Diese Woche treibt die Knallhitze erst einmal Blüten über Blüten hervor, doch wird sie wohl auch den Johannistrieb wieder anschieben.

Viele Leute haben wohl dieses Jahr eingesehen, daß das alte Vorurteil, Rosen würden keinen Regen vertragen, nicht stimmt. Zum Glück war es für den Sternrußtau meist zu kühl, er verbreitet sich bei schwülwarmem Wetter ab 7 Stunden Dauer-Blattfeuchte. Andere Pilze, die kleinere dunkle Flecken auf den Blättern hinterlassen, haben wir dagegen schon bekommen. Aber ein Pilz kommt und geht, wie es eine Kundin treffend formuliert hat. Er bringt keine Pflanze um, auch wenn die Werbung der Chemie-Industrie Angst davor schürt und ängstliche Leute gerne darauf hereinfallen. Manchen Pflanzen scheint der Pilz sogar dbei zu helfen, mitten im Sommer die kleinen hellen Blättchen des Frühjahrs loszuwerden und neues, sattes Sommerlaub an frischen Trieben aus der Basis zu entfalten.

Helle Blättchen gibt es auch aus anderen Gründen, wie Hitze, Düngermangel – und hier und da auch als sehr späte Folge von Frostschäden an der Rinde. Dann hat das Laub eines ganzen Astes eine ungesunde Farbe und stockt im Wachstum. Den Rindenschaden sieht man bei näherem Hinschauen. Solche Äste sind hier und da innerhalb von ein paar Tagen abgestorben, besonders an Pflanzen, die zusätzlich unter Trockenheit litten.

Heimtückische Winterschäden durch in Frostwunden eindringende Rindenpilze werden seit 2008/2009 immer mehr. Ich versuche als Vorbeugung, nur noch während der Wachstumszeit, von April bis Anfang August, zu schneiden, so daß die Rinde im Winter möglichst heil bleibt und lückenlos vor Infektionen schützen kann.

Jetzt im Sommer schließen sich nicht nur Schnittwunden viel schneller. Es ist auch ganz leicht zu erkennen, wo Rosen geschnitten werden wollen. Der Schnitt soll ja die natürliche Verjüngung einer Rose unterstützen. Jetzt sieht man, wo sie sich von unten verjüngen will und kann oberhalb davon altes, schwach gewordenes Geäst entfernen, so dem neuen Trieb Licht und Raum geben. Einen gar zu langen, unverzweigten Neutrieb kann man zwischen zwei Fingernägeln über einem nach außen gerichteten Blattansatz entspitzen („pinzieren“), er wird sich dann innerhalb weniger Wochen dort verzweigen.

Diese und evtl. nächste Woche ist noch eine gute Zeit, um alle Rosen ein letztes Mail in diesem Jahr gründlich durchzusehen, was (besser jetzt als im Frühjahr) zu verjüngen wäre und welche toten Stummel auszuputzen sind. Dann sollten auch in einem feuchten und warmen Herbst alle Schnittstellen vor dem Winter gut verheilen und alles junge Holz gut ausreift. Die Schere hat dann bis April 2013 Winterpause.

Wenn Du den Schnitt im Dialog mit der Pflanze einmal konkret sehen oder eine Schnupper-Runde über das Rosenfeld machen möchtest, um neue Sorten für Deinen Garten zu entdecken und gleich mitzunehmen: willkommen in Wiesbaden. Denn jetzt gepflanzt, ist im Herbst schon gut etabliert – und somit für den Winter bestens gerüstet.

Weiterhin viele schöne Sommertage voll Rosenduft im Garten wünscht Dir

Daumen drücken

Die Winterabdeckung ist jetzt entfernt, wenn kein starker Frost droht, brauchen die Rosentriebe vor allem frische Luft. Reisig oder Vließ bleiben aber griffbereit, falls das Wetter doch wieder umschlägt. Angehäufelt sollten die Rosen auch noch bleiben, das schadet nichts und sichert das „Herz“ der Pflanze vor Totalschaden.

In meinem Garten und in der Nachbarschaft sind da, wo bei bis zu -14° die Morgensonne auf die gefrorenen Triebe scheinen konnte, wieder die Knospen erfroren. Je weiter sie im milden Januar schon angeschwollen, zum Teil gar aus den schützenden Hüllblättchen hervorgebrochen waren, desto fahler, farbloser sehen sie aus. Noch sieht man den Schaden nur bei genauem Hinsehen aus der Nähe; von weiter weg wird er erst auffallen, wenn er sich wie 2009 durch Pilzinfektionen auf die Rinde ausdehnt und irgendwann im Mai ganze Triebe absterben – aber so schlimm muß es nicht kommen.

In diesen kühlen Vorfrühlingstagen müssen nun die Rosen diverse Schadpilze abwehren, deren Sporen darauf lauern, über die erfrorenen Knospen in die Leitungsbahnen der Rinde hineinzuwachsen. und dort ein bequemes Leben zu führen. Bei warmem „Wachswetter“ ist die Rose im Vorteil dann strömt der Saft wohl einfach zu ungestüm, als daß die Pilze Fuß fassen könnten. Wenn bei kaltem, nassem Wetter der Saftfluß stockt, gelingt es jedoch den Pilzen, sich auszubreiten.

Währenddessen versucht die Rose, unter dem abgestorbenen Gewebe schlafende Ersatzaugen zu aktivieren. Wenn Sonne und starke Wurzeln ihr Kraft verleihen, überhaupt kein Problem, bei wurzelgeschädigten Topfpflanzen dagegen manchmal ein allzu großes. Wenn die neuen Augen schwellen und Farbe zeigen, wird das abgestorbene Gewebe abgestoßen und die Wunde geschlossen und die Gefahr ist erst einmal gebannt. Das ist Schwerstarbeit, und schon beeindruckend zu beobachten, wie schnell die Rosen das schaffen, wenn erst einmal das Wetter paßt.

Hauptsächlich müssen wir also nun auf gutes Wetter hoffen (im Moment sieht es auch danach aus) und uns zusätzlich ein Päckchen Kupferspritzmittel kaufen. Das Kupfer, nach Anweisung verdünnt und mit einer Spritze gleichmäßig über die Rinde verteilt, tötet Pilzsporen ab, bevor sie einwachsen können. Je mehr erfrorene Knospen, desto wichtiger ist jetzt sehr bald diese einzige Spritzung im Jahr. Wenn bei einer besonders empfindlichen Sorte wie meiner ‚Maréchal Niel‘ die Rinde bereits lilafleckig wird, ist es allerhöchste Zeit.

Wo die Triebe vor Sonne bei Frost geschützt waren oder ihre Knospen sich von der Januar-Wärme nicht zu unvorsichtigem Austreiben hatten verführen lassen, dürfte nichts passiert sein. Die Knospen und die Rinde müßten ihre normale, frische Farbe und ihren Glanz behalten haben und jetzt mit steigenden Temperaturen normal austreiben können.

Schneiden würde ich geschädigte wie auch heile Triebe erst, wenn wirklich starker Saftfluß herrscht und die Knospen deutlich schwellen. Jede Schnittwunde ist ein offenes Tor für Rindenpilze. Nur alte, starke Pflanzen auslichten kann man schon eher. Am Samstagnachmittag, 10. März besprechen wir hier den Frühajhrsschnitt der Rosen ganz ausführlich, wenn Sie teilnehmen möchten (es kostet 10 Euro), geben Sie bitte vorher Bescheid.

Zeit zum Pläneschmieden

diese Nachmittage im Februar: die Natur scheint wirklich still zu stehen – man muß nichts, nichts gießen, nichts schneiden, nichts säen, nichts hacken – genießen Sie das auch so wie ich?
Es ist ein bißchen als ob im Jahr des Gärtners Sonntag wäre. Nicht jedes Jahr gibt es so eine Zeit, viele Winter hier im Rhein-Main-Gebiet sind ja nur verlängerte November.

Es ist jetzt auch schon wieder länger hell, nicht wahr? Und man sieht vom Fenster durch den ganzen Garten, Sträucher und Bäume lassen den Blick hindurch.

Bilder aus früheren Jahren fallen einem wieder ein, als die Gehölze noch kleiner waren oder andere dort standen. Hat es nicht schöner geblüht, als noch mehr Licht in diese Ecke fallen konnte? Wärs nicht mal Zeit, diesen oder jenen einst netten Busch oder Baum, der sich zum Klotz entwickelt hat und alles dominiert oder gar erdrückt, behutsam auszulichten oder gar mutig abzusägen, damit es wieder bunt wird?

An dieser Stelle sollte ich Sie, glaube ich, mit Ihren Gedanken erst einmal alleine lassen —.

Gerne helfe ich allerdings bei Fragen weiter, am liebsten natürlich was die Gestaltungsmöglichkeiten mit Rosen betrifft. Sie wissen ja, deren gibt es viel, viel mehr als meist genutzt werden. Die Blütenfarben sind ja eigentlich überbewertet, die Wuchsformen, Blattfarben, Rindenfarben (der Winteranblick) dagegen kaum ausgeschöpft. Rosen als große, malerische freistehende Sträucher oder als hohe Sichtschutz-Hecke, als Baumkletterer, als Kaskade, um nur ein paar Beispiele zu nennen, sehen Sie so etwas schon als Bilder in Ihrem Kopf? Wenn icht, dann vielleicht mal auf rosenwelten.de inspirieren lassen. Paßt eines in Ihren Garten?

Ich wünsche Ihnen schöne Vorfrühlingsnachmittage und viele gute Gedanken und Ideen für die Zukunft Ihres Gartens und freue mich auf Ihre Anfragen.

Newsletter 2012-1

Wiesbaden, 31. Januar 2012

Liebe Freunde guter Rosen,

seit drei Jahren lernen wir wieder, mit dem in unseren Breiten eigentlich normalen Winter zu leben, nachdem davor 13 Jahre lang fast nichts mehr erfroren war. Diesmal kommt er spät; mal sehen, wie lang er bleibt.

Die Rosen auf dem Feld liegen seit Dezember dicht an dicht und schützen sich so schon gegenseitig. Im Dezember waren sie mal kurz dick eingeschneit. Seit dem Wochenende sind sie, als Ersatz für isolierenden Schnee, mit weißem Vließ abgedeckt. Für die kältesten Nächte habe ich jetzt noch zusätzlich über die Federstahlstäbe weiße Folie gespannt. Sie reflektiert die Sonnenwärme am Tag, so daß die Luft darunter ziemlich konstant kühl bleibt und die Pflanzen gegen die Wetterextreme draußen isoliert.

Auf den ersten echten Winter vor 3 Jahren waren die Rosen nicht gut vorbereitet gewesen, er hat mehr als einen ganzen Jahrgang umgebracht, in einer halben Stunde, als die Morgensonne die Triebe von der Ostseite her taute, die von plötzlichem Frost in der Nacht zuvor auf -15° schockgefrostet waren. Das war ein großer Verlust, aber auch ein deutliches Zeichen zum Umdenken.

Seither mache ich das meiste etwas anders, als wir es in der Ausbildung gelernt hatten. Düngung, Bewässerung, Schnitt, das muß alles viel mehr im richtigen Maß und zur richtigen Zeit geschehen. Ab Hochsommer schon müssen die Pflanzen wirklich in Ruhe ausreifen können; und im Winter muß die Rinde unbedingt intakt sein, um die Pflanzen vor diesen fatalen Pilzinfektionen zu bewahren (die sich stark ausbreiten und aussehen wie Frostschäden). Viele beliebte Sorten waren nicht ohne Chemie zu kultivieren; die vermisse ich nicht.

In den letzten drei Jahren habe ich dafür nach Herzenslust weniger bekannte, aber viel schönere und robustere Sorten veredelt. Zwei Jahrgänge sind nun mit satten Stückzahlen fertig herangewachsen. Jetzt kann ich wieder über 150 Sorten anbieten. Nur sind es alles eigene und es sind keine Blender-Sorten mehr dabei, wie Sie sie im Gartencenter bekommen: makellos und stets knospig, weil direkt aus dem Gewächshaus, schnell gekauft, kurz toll geblüht und das war’s. Bei mir bekommen Sie Rosen von draußen für draußen, für Jahrzehnte.

In den vergangenen Wochen seit Weihnachten habe ich meinen Katalog im Internet, www.rosenwelten.de, überarbeitet. Jetzt sind Sie herzlich eingeladen: Lernen Sie die neuen, besseren Sorten kennen, lassen Sie sich inspirieren zu Plänen neuer Rosenwelten in Ihrem Garten 2012 und setzen Sie sie beizeiten in die Wirklichkeit um, wenn der Boden wieder offen ist.

Und wenn Sie bereits Rosen von mir haben, teilen Sie Ihre Erfahrungen anderen Lesern mit, jedes Pflanzenporträt hat dafür jetzt eine Registerkarte „Kommentare“ bekommen. Sind Sie auf rosenwelten.de angemeldet, finden Sie Ihre Rosen mit Links zum Kommentieren unter „meineRosen“→“früher geliefert“

Drei Hinweise zum Schluß:

  • Bis in den März hinein können Sie viele Rosen (aus dem neuesten Jahrgang, der im Herbst vom Feld geerntet wurde und noch nicht eingetopft ist) auch mit blanker Wurzel kaufen zu entsprechend niedrigerem Preis. Besonders günstig, wenn es bei Ihrem Vorhaben mehr auf eine größere Stückzahl als auf große Pflanzen ankommt. Hier die Liste.
  • Von einigen der auslaufenden Sorten kann ich im kommenden Frühjahr kräftige Pflanzen sehr günstig anbieten. Die Liste finden Sie hier.
  • Anfang März treffen wir uns wieder an einem Samstagnachmittag hier im Garten und auf dem Feld zum Schnittkurs. Es soll nicht nur um den oft viel zu kompliziert dargestellten Frühjahrsschnitt, sondern um alle Sie interessierenden Aspekte naturgemäßer Rosenkultur gehen. Bitte melden Sie sich bei Interesse bald an.

Auch wenn es jetzt erst einmal kalt wird, das Frühjahr ist nicht mehr weit!

Viele Grüße

Bernhard Höpfner

Noch mehr zum Thema Winterschutz auf rosenwelten.de

Selbermachen als Revolution

Aus den „Hausnachrichten„, Ausgabe Herbst 2011 von Manufactum

„Aber was heißt schon konservativ? Wer sich heute nach Jahrzehnten unhinterfragter, hochtechnisierter Lebensmittelindustrie darum bemüht, wenigstens ein stückweit wieder die Kontrolle über das tägliche Essen zurückzugewinnen, und durch eigenes Gärtnern einen Ausweg aus dem künstlichen Paradies der spottbilligen Supermarkt-Lebensmittel sucht, ist am Anfang des 21. Jahrhunderts alles andere als konservativ. Das aber ist das hauptsächliche Ansinnen – unseres und das eines Großteils der Gärtner: das Selbermachen, auch als Notwehr gegen die zugewiesene Rolle als bloßer Konsument. Wir sehen darin etwas, das größer ist als eine Mode. Etwas, das man angesichts der fortschreitenden Marktentwicklung im Lebensmittelbereich ganz anders beschreiben könnte: als Umkehr, als Re-volution.“

Große, aber sehr wahre Worte, wie ich meine.

Sieben Müller und ein adeliger Herr aus Preußen

Sieben Mühlen hat der kleine Bach mit den vielen Namen einst angetrieben, an dem mein Rosenfeld liegt. Er entspringt im Taunus, fließt durchs Weilburger Tal, als Belzbach durch Dotzheim, als Ochsenbach weiter, als Mosbach durch Biebrich, wo er durch den Schloßpark plätschert und dann auch schon gleich in den Rhein mündet.

1869, kaum hatte Preußen das Land hier erobert und annektiert, baute sich ein adeliger Herr aus Westpreußen, Freiherr Constantin von Zacha-Strelitz, etwas weiter westlich in Georgenborn ein Schloß und wollte partout im zugehörigen Schloßpark Teiche mit Wasserspielen haben. Geradlinig wie diese preußischen Herren sind, ließ er sich eine Wasserleitung legen, die die Quelle unseres Mühlbachs anzapfte. Das Wasser im Bach hatte schon bisher für die sieben Mühlen eher schlecht als recht gereicht, nun ging nichts mehr.

Die sieben Müller (bachaufwärts:)

  • Valentin Weckbacher auf der Lohmühle
  • Georg Haas auf der (unteren) Grundmühle
  • Jean Heil aif der der Wahlmühle [alias Kahlemühle, direkt neben meinem Feld]
  • Adam Kneip auf der Straßenmühle
  • Peter Schmidt auf der Kloster Eberbacher Mühle
  • Witwe des Andreas Kahl auf der Sonntagsmühle
  • Conrad Carl Müller auf der Obergrundmühle
  • setzten sich also zusammen und fertigten am 12. November 1869 eine Eingabe an die neue Regierung in Wiesbaden, worin sie ihre Lage und die Ursache ihrer Verzweiflung schilderten.

    Nun hätte die Regierung landesväterlich weise abwägen können: den wirtschaftlichen Nutzen von sieben Mühlen, die Steuern und Abgaben, die ihr von denen zuflossen, gegen das Privatvergnügen des westpreußischen Herrn an dem Geplätscher in seinen Teichen. Aber die Akten lassen keinen Zweifel: es war keine gute alte Zeit damals. Die Eingabe wurde abgelehnt mit der arroganten Bemerkung, gegen den Wasserklau des Adelsherrn sei „nichts zu erinnern“, also einzuwenden. Die Mühlen sind dann alle eingegangen, nur einige überdauerten noch eine Zeitlang als Ausflugsgaststätten.

    (nach Rolf Schwalbach, Die Mühlen zwischen Dotzheim und Biebrich (Schriften des Heimat- und Verschönerungsvereins Dotzheim e.V., 28) Wiesbaden: Thorsten Reiß Verlag, 2011, S. 165-167)

    „… verkaufen wir importierte Ware aus Übersee, das rechnet sich, aber unsere Ware können wir vergessen.“

    Warum das so ist oder sein soll, daß Schnittrosen fast nur noch aus Übersee kommen, obwohl die weltweit wichtigsten Züchter wie eh und je vor den Toren Hamburgs residieren, dem geht eine Film-Dokumentation von Michael Richter auf den Grund. Ein Film über Ausbeutung, Naturzerstörung und Existenzzerstörung im Namen der Königin der Blumen.
    http://www.einsplus.de/EinsPlus/Tagesprogramm/Tagesprogramm-Sendung-EinsPlus?eventID=1016946743709
    Dank an @muehlenwind für den TV-Tip!

    Nachtrag 26.10.2011: Der obige Link führt schon ins Leere, beim SWR gabs den Film auch, da ist die Seite noch online.

    Konditorenkunst mit Rosen

    Vorvorige Woche hat jemand auf dem Rosenfeld fünfzig weiße und rosa Rosenblüten gepflückt, sorgfältig nebeneinander in eine Schachtel gesetzt und nach hause gebracht. Dort wurden sie in Eiweiß getaucht und dann mit Puderzucker überzogen:
    Kandierte Rosenblüten trocknen auf der Wäscheleine
    Auf der Leine mußten sie mehrere Tage trocknen, da war bestimmt kein schlechter Duft im Zimmer:
    Kandierte Rosenblüten trocknen auf der Wäscheleine
    Schließlich kamen sie auf eine dreistöckige Torte:
    Hochzeitstorte mit kandierten Rosenblüten
    Danke für die Bilder und großen Respekt für das Kunstwerk!

    Eine Lanze für die Herbstpflanzung

    Pflanzzeit ist heutzutage immer. Schon seit zwei, drei Jahrzehnten werden die meisten Gehölze nämlich im Container herangezogen und können dadurch, ohne Wurzeln zu verlieren, transportiert werden. Damit ist die Pflanzzeit nicht mehr auf die Zeit der Winterruhe beschränkt. Ein großartiger Fortschritt, der sich aber immer noch nicht überallhin herumgesprochen hat (anders als etwa das Internet, das in der Hälfte der Zeit tief in jedermanns Leben eingedrungen ist).
    Eine Lanze für die Herbstpflanzung weiterlesen

    Je schneller fertig, desto länger der Ärger

    Die Katastrophe, die der Gartenarchitekt Klaus Kaiser in der neuesten Gartenpraxis“ (2009,1, S. 18-24) schildert, kommt wohl gar nicht so selten vor. An mehrere Versionen dieser Geschichte erinnere ich mich auch, erzählt von Baumschul-Kunden, die erst einmal den Spaß am Garten verloren hatten. Kein Wunder:

    Jemand erwirbt ein Grundstück und baut sich sein Haus. Schon selten genug der Glücksfall, daß danach noch Geld übrig ist, den Garten professionell anlegen zu lassen. Umso schlimmer, wenn es zum Fenster hinaus geworfen wird.

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    Abenteuer Winter

    Nach dem vorigen Winter sieht man den nächsten mit einem flauen Gefühl im Magen heraneilen.

    Nicht überall war der vorige Winter so schlimm wie hier. In der Nähe des Brenners zum Beispiel haben Rosen, die hier zugrundegegangen sind, klaglos überwintert. Dort lag lange und viel Schnee.

    Auch in manchen Gärten hier blieben Rosen völlig unbehelligt, die in anderen, ganz in der Nähe, übel zugerichtet wurden. Glück hatten sie überall da, wo sie die Morgensonne nicht erreichen konnte. Wo Sonnenstrahlen nach einer kalten Nacht tief gefrorene Blätter und Triebe plötzlich erwärmen, entstehen Spannungen, Zellwände können ihnen nicht standhalten und platzen, Wunden lassen dann Schadpilze durch die Rinde eindringen und den Saftstrom abbrechen.

    Aus Schaden wird man klug, man versucht es zumindest, solange man lebt und schafft.

    Abenteuer Winter weiterlesen

    Lob der Disteln

    Die Läuseplage kommt dieses Jahr zwei Monate verspätet. Sei’s wegen der Winterkälte, sei’s wegen der Wärme im April, jedenfalls waren die Marienkäfer zur Stelle, ihr Futter jedoch nicht.
    Beinahe hätten sich die Läuse, als sie Mitte Juni dann doch auftraten, ungestört ihres schädlichen Daseins erfreuen können. Auf den Rosen und den Obstbäumen, deren süßen Saft sie saugten war zunächst weit und breit kein Marienkäfer zu sehen.
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    Eine Rose der Arbeiter

    In einem Video im Netz sieht man eine einzelne gelbe Rose inmitten wuchernder Brennesseln vor einem verfallenden Fabrikgebäude in Dresden. Vom Erzähler erfährt man, daß die Arbeiter dieser Fabrik (zu denen der Autor selbst gehört hatte) sich vor ihrem Werk, auf das sie stolz waren, ein Rosenbeet angelegt hatten. Nach der Wende zum Kapitalismus wurde die Fabrik stillgelegt, die Arbeiter entlassen, seither ist das Gebäude am verfallen und Brennesseln machen sich im Rosenbeet breit. Eine Rose war zäh genug, sich zu behaupten. Eine Rose der Arbeiter weiterlesen