Lage
Am Ochsenbach (Mosbach), gegenüber der ehemaligen Kahlemühle, konnte ich 2007 ein kleines Feld für meine Rosenschule pachten.
Dort vermehre ich über 150 Sorten und Arten Rosen und ziehe sie zu Pflanzen heran, die in Ihrem Garten schnell an- und kraftvoll weiterwachsen. Sie können sie in Größen wählen, die gut 2 oder bis zu 8 Jahre Kultur hinter sich haben. Die ersten 1½ in dem kräftigen Lehmboden hier im Tal, die übrigen in Töpfen auf einer speziellen Stellfläche mit Mattenbewässerung. Das meiste vermehre ich durch Veredlung (Okulation), manches auch "wurzelecht", Stammrosen durch doppelte Veredlung mit Stammbildner. Die größeren Pflanzen in Töpfen bleiben verlustfrei verpflanzbar, indem sie regelmäßig alle 1½ Jahre in etwa doppelt so große Container umgetopft werden.
Mein Garten schräg gegenüber vom Feld an der Erich-Ollenhauer-Straße hat bereits lang vor mir meine Großeltern komplett mit Obst und Gemüse versorgt, später dann mich. 2005 habe ich den vorderen Teil für den Verkauf eingerichtet. Dort zeige ich Ihnen stets eine besondere Auswahl meiner schönsten Pflanzen. Das Gemüse und Obst wurde jedoch nicht verdrängt, hat nur neue Nachbarn hinzubekommen. Und im schattigeren hinteren Garten gedeihen prächtige Rhododendren aus meiner Zeit vor den Rosen. Es ist kein Center sondern ein Garten, ohne wehende Fahnen, Glashäuser etc. Wenn es Ihnen mehr um Pflanzen geht als um Schnickschnack, werden Sie diese Art einzukaufen schätzen wie es bereits viele Stammkunden tun.
Hintergrund
Am 20.7.2005 habe ich mich also in Wiesbaden auf eigene Füße gestellt. Davor hatte ich nach einem ausgiebigen Studium (der Geschichte des Mittelalters, in München und Tromsø), eine Lehre als Baumschulgärtner gemacht, weil mich Bäume, Gehölze, mit ihrer Zeitperspektive und Stauden mit ihrer Anpassung an Standorte faszinierten. Nach vielen Jahren Erfahrungen sammeln in Baumschulen im Oldenburger Ammerland, im Rheinland und hier in der Gegend reifte 2003 der Entschluß, jetzt oder nie mehr sein eigener Herr zu werden. Von dem wenigen, was sich von einem Gärtnerlohn auf die Seite legen läßt und Familien-Hilfe habe ich dann meine eigene kleine Baumschule aufgebaut und mich auf Rosen spezialisiert.
Philosophie
Was für eine Vielfalt an wilden Rosen hat die Natur in fast allen Teilen der Welt hervorgebracht! Welche Wahnsinns-Menge von Schönheiten haben die Menschen vieler Kulturen in ihrer jahrtausendelangen Zuneigung zu dieser Pflanzengattung bewahrt oder gezüchtet! Selbst wenn vieles durch Kriege und Katastrophen wieder verloren gegangen ist, blieb doch ein riesiger Schatz bis heute erhalten, und was daraus in heutigen Gärten an schönen Rosen-Welten noch werden kann, übersteigt das Vorstellungsvermögen jedes einzelnen.
Auf jeden Fall aber die Interessen der großen Produzenten, die der Logik des Kapitalismus folgend den Markt erobern wollen. Mittels toller Maschinen zur Stecklingsvermehrung oder der Ausbeutung von Akkordveredlern auf kilometerlangen Feldern streben sie mit immer weniger Aufwand immer höhere Stückzahlen an, um zum niedrigsten Preis anbieten zu können. Die Vielfalt der Sorten ist da nur im Weg, auf die Umwelt kann keine Rücksicht genommen werden, auf Gesundheit und Wohlbefinden der Arbeiter nur im Rahmen des rechtlich unbedingt Nötigen.
Dabei muß das alles nicht sein. Warum soll eine Rose, die jahrzehntelang den Garten schmückt, nicht so viel wie ein schlichtes bürgerliches Mittagessen kosten? Für diesen Preis aber kann auch ich sie von Hand umsichtig und nachhaltig heranziehen, mich dabei in meinem erlernten Beruf verwirklichen und dem Menschen, dem sie gefällt, so umfassend wie mir möglich helfen, sie zum prächtigsten Gedeihen zu bringen. Warum sollen Profitinteressen weniger Großproduzenten das Bild unserer Gärten prägen und nicht einfach die Vielfalt und Schönheit der Natur selbst?