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Hochzeitstag
geblogt am 24. 07. 2024

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Heute vor 70 Jahren in Augsburg:[x]

1952 und 1953 war Franz im Sommerurlaub in Prittriching und hat mit seinem neuen Apparat etliche schöne Bilder gemacht, die noch nicht digitalisiert sind. Jedenfalls Pfingsten 1953 waren Opa, Tante Irmgard und Mama zum Neisser Treffen in Frankfurt und verbanden es mit Besuchen bei Tante Elisabeth und in Wiesbaden, von wo aus sie mit Tante Maria noch zu einer Rheingau-Tour aufbrachen. Davon gibt es viele Fotos mit lauter strahlenden Gesichtern und eines (nichts davon bisher online) mit Opa und Tante Maria von hinten auf einem Waldweg ins Gespräch vertieft; ob da die Heirat schon beschlossen war oder gerade angebahnt wurde? Als Onkel Georg und Tante Hertha 1953 beschlossen zu heiraten und Mama es ihm schrieb, antwortete er "Da bleibt mir die Spucke weg! Wir lassen uns lieber noch etwas Zeit". Nach Mamas Erzählung fuhr er sogar erst noch zu Pater Willibald, um ihn zu fragen, ob er sie heiraten solle.[x]

Erst als er anscheinend die Stelle in Aschaffenburg ab 1.8.1954 und eine Mansarde bei Inderwies in der Schweinheimer Klosterrainstraße in petto hatte, war es ihm höchst eilig mit der Familiengründung. Die Hochzeit sollte nun direkt davor, am 24. 7., stattfinden, aber am 30.6. erst hastete er nach der Abendschule in Frankfurt zum Pfarramt St. Bonifatius zur Beglaubigung von Abstammungsurkunden, die er aus Tante Marias Ariernachweisakte, ohne sie lang zu fragen, entnommen hatte, und schrieb Mama, welche Urkunden sie für das Gesuch um kirchlichen Dispens wegen Verwandtenehe zusammensuchen müsse (Franz an Mia, Wiesbaden 30.6.1954). Das Aufgebot, die Einladungen, alle Reisevorbereitungen, die Festgewänder müssen dann m.o.w. innerhalb vierzehn Tagen erledigt worden sein, bevor am Samstag, 24. Juli 1954 im Augsburger Dom die Trauung und im Hotel Drei Kronen das Festessen stattfanden. Mamas und Papas Brüder mit Ehefrauen (außer Tante Fini) und Inge als erstem Kind, Opa aus Prittriching und Tante Marichen (noch aus dem nahegelegenen Obermauerbach oder schon aus dem ferneren Rottum?), Oma und Opa und Tante Maria aus Wiesbaden waren dabei. Tante Inge, erinnert sich Reinhard, habe öfter erzählt, daß Opa im Hotel beim Festmahl aufgeblüht sei, erlebte er doch nach langer Zeit mal wieder sein berufliches Metier. Den kirchlichen Dispens brauchten sie, weil Papas Großvater Josef und Mamas Großvater Franz Brüder gewesen waren, der eine bereits zu Kaisers Zeiten zwecks Militärdienst oder auf Wanderschaft nach Westdeutschland migriert.[x]

Nicht lang vor seinem Tod, nachdem er bei einem Kameradentreffen im Saarland Lisbeth Baltes wiedergesehen hatte, soll er bei einem Abschied auf dem Bahnsteig zu Tante Maria etwas wie daß ich die hab heiraten müssen! gesagt haben, so daß es Mama, die mit uns etwas abseits stand, hören konnte; daß er so über sie sprach, hat sie verletzt, sie hat sich aber nichts anmerken lassen und es mir wie manches andere erst nach 2018 erzählt. Die Hochzeitsreise ging in die Berge, wo Onkel Karl in Pfronten und Onkel Helmut in Balderschwang bei der Grenzpolizei waren.[x]


zul. bearbeitet 2025-01-29 08:21:40